Knigge-Regeln am Tisch

Speisen wie ein König- die Knigge Regeln von heute

Ich glaube, jeder kennt das Dilemma von damals: da wollte man als Kind nach einem anstrengenden Spielplatz-Tag einfach nur entspannt seine Spaghetti Bolognese, die die Mutter für einen gekocht hatte, genießen, da kamen auch schon die Sprüche von der Seite: „Ellenbogen gehören nicht auf den Tisch!“, „Schmatz nicht!“ und „Fass das Besteck richtig an!“ waren nur einige davon. Früher war man genervt, hat schließlich missmutig klein bei gegeben und die Regeln befolgt. Heutzutage können wir verstehen, warum unsere Eltern und Großeltern damals so genau auf unser Benehmen bei Tisch geachtet haben. Denn was gibt es Unangenehmeres, als sich mit Jemanden zu einem Essen in einem noblen Restaurant zu verabreden und dieser schmatzt laut vor sich hin? Genau, fast gar nichts und sicherlich war das auch unser letzter Restaurantbesuch mit diesem Bekannten. Und in solchen Momenten danken wir Eltern für ihre konsequente „Knigge-Regeln-Erziehung“, die in der heutigen Leistungsgesellschaft immer mehr Anerkennung bekommt und gar zu einem „Muss“ geworden ist. Klar, manche dieser Vorschriften sind etwas überspitzt, aber dennoch gehören sie zu dem großen Lexikon der Knigge-Regeln.

Wir von Woodz denken, dass grundlegende Tischmanieren absolut notwendig sind und das nicht nur für den noblen Restaurantbesuch, sondern auch für zu Hause. Schließlich soll ja auch nicht das Ambiente, das ein schöner Massivholz-Tisch ausstrahlt, durch das schlechte Benehmen der Speisenden zerstört werden, oder? Der folgende Beitrag wird die wesentlichen Knigge-Regeln, die im Alltag ein absolutes „Muss“ sind, erläutern und erklären, warum Knigge nicht gleich Knigge ist.

Andere Länder, andere Sitten

Wenn wir Deutschen eins wissen, dann ist es das, dass man Suppe auf keinen Fall am Tisch schlürfen darf. Doch wer schon einmal in China oder einem anderen asiatischen Land war, der kann bezeugen, dass dort andere Regeln gelten: In China werden beispielsweise das Schlürfen und das Schmatzen als ein Zeichen von Genuss angesehen und werden dementsprechend erwünscht. Anders ist es hier jedoch mit dem Nase putzen, was unter allen Umständen am Tisch unterbleiben werden sollte.

Ein weiteres Beispiel für andere, für uns ungewöhnliche Tischmanieren, ist Indien, denn hier gilt, dass Speisen zuerst mit den Augen, dann mit den Händen und zuletzt mit dem Mund aufgenommen werden sollen, was heißen soll: hier wird mit den Fingern gegessen! Dabei wird jedoch ausschließlich die rechte Hand verwendet, die vorher gründlich gereinigt wurde.

Auch der Spruch „Wenn man seinen Teller leer isst, scheint morgen die Sonne.“ scheint in Russland nicht ganz so zu stimmen, da es hier als Höflichkeit gilt, einen Rest vom Essen auf dem Teller zu lassen. Dieses symbolisiert dem Koch, dass der Gast zufrieden und satt geworden ist.

Ihr seht schon, in anderen Kulturen herrschen andere Tischmanieren, weshalb man sich vor einem Ausflug in ein anderes Land informieren sollte, was als höflich oder eher als ungesittet dort angesehen wird. Doch kommen wir nun zu den „Top 5“ Knigge-Regeln unseres Heimatlandes:

Deutsche Grundregeln: Haltung bitte!

Eine der Basisregeln des deutschen Knigge ist es, eine aufrechte Körperhaltung am Tisch zu bewahren, wobei die Ellenbogen keineswegs auf den Tisch gehören. Lediglich die Hände bis zu den Handgelenken befinden sich während des gesamten Essens auf dem Tisch. Des Weiteren sollte man, auch wenn einem eine Frage gestellt wird, nicht mit vollem Mund sprechen, sondern stets aufkauen bevor man antwortet. Ein Tipp: Eher kleinere Portionen zu sich nehmen, damit der Sitznachbar nicht so lange auf die Antwort warten muss.

Mission Nr. 1: das Besteck

Die richtige Haltung des Bestecks stellt noch immer für viele Deutsche eine Herausforderung dar. Klar, Gabel, Messer und Löffel sind Werkzeuge, was aber nicht gleich heißt, dass man sie wie eine Mistgabel oder einen Hammer anfassen muss. Hier empfiehlt es sich, das Besteck am Ende des Griffes zu fassen, sodass diese leicht in der Hand liegen. Zudem sollte nicht mit dem Besteck gestikuliert werden, denn das sieht nicht nur ungepflegt aus, sondern kann auch echt gefährlich werden, wenn man ständig mit dem Messer vor seinem Tischnachbarn herumfuchtelt, nur um seinen Argumenten mehr Nachdruck zu verleihen. Hier gilt: Erst das Besteck ablegen und dann mit den Händen gestikulieren. Nach Beendigung des Essens wird das Besteck parallel in einer „5 vor 5-Stellung“ zueinander gelegt, was dem Gastgeber signalisiert, dass man nicht mehr essen möchte.

Pfoten weg- Hände werden nicht zum Essen benutzt!

Anders als in Indien werden in Deutschland nur noch sehr wenige Speisen mit den Händen zu sich genommen. Selbst die geliebten Hühnerbeine gehören nicht mehr dazu. Zu dem sogenannten „Fingerfood“ wie Kanapees, Dips, Mini-Quiches oder belegte Kräcker werden meist Servietten oder kleine Schälchen mit warmen Wasser und einer Zitronenscheibe gereicht, in denen man nach dem Verzehr seine Hände säubern kann. Ansonsten gilt: Besteck benutzen.

Wohin mit der Serviette?

Die Serviette, auch Mundtuch oder Tellertuch genannt, ist ein Utensil, um nach dem Essen seinen Mund abzutupfen. Ja genau, Mund abtupfen, nicht wischen, reiben oder gar die Nase putzen. Auch wird die Serviette gefaltet auf den Schoß gelegt, bevor man mit dem Essen anfängt und nicht als Kinderlätzchen in den Kragen gestopft, denn man sollte ja meinen, dass man es mittlerweile schafft, sein Essen ohne große Umwege vom Teller in seinen Mund zu befördern. Nach der Mahlzeit wird die Serviette nicht mehr auf den Teller zurückgelegt, sondern daneben platziert.

Richtig anstoßen: Wie hält man ein Weinglas?

Eine feste Regel, wie man exakt anstoßen soll, existiert nicht, jedoch gibt es Vorschriften, wie man das Weinglas richtig hält. Dieses wird nämlich am Stil angefasst und nicht etwa am Kelch, was wiederum die Erwärmung des Inhaltes verhindern soll. Zudem sollte man beim Anstoßen darauf achten, dass die Gläser nicht zu laut klirren und versuchen, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Letzteres versteht sich als ein Symbol der Höflichkeit.

Und zum Abschluss…

So das waren auch schon unsere „Top 5“ der deutschen, grundlegenden Knigge-Regeln. Natürlich gibt es noch viele weitere wie „nicht das Messer ablecken“ oder „nicht die Kartoffel zerquetschen“, aber wenn wir hier alle aufzählten, würdet ihr wahrscheinlich noch bis morgen diesen Beitrag lesen. Also, nimmt euch unsere Ratschläge zu Herzen und speist wie ein König an eurem Massivholz-Tisch von Woodz.

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